Rasseinfo

Die faszinierende Rasse des Australian Shepherd (Australischer Schäferhund, Aussie) stammt aus den USA. Diese Hunde trifft man seit ungefähr den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch bei uns in Deutschland an. Es handelt sich vom Ursprung her um einen unglaublich ausdauernden intelligenten und arbeitswilligen Hütehund der jedoch auch über einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Schutztrieb verfügt. Daher werden Exemplare dieser Rasse neben dem Einsatzgebiet als Hütehund auch im Wach-, Such-, und Rettungsdienst gesichtet.

Der Aussie macht alles was er angeht mit vollem Einsatz und geht dabei ungebremst auch über seine physischen Grenzen hinaus. Er läßt sich dabei gerne auch noch puschen. Schon oft habe ich daher in meiner täglichen Praxis die Folgen der Grenzüberschreitung bei einem verunfallten Australian Shepherd behandeln müssen.

 
 
MDR1-Defekt
Was die verschiedenen Untersuchungsergebnisse bei eurem Australian Shepherd zu bedeuten haben:
N/N, +/+ : Der untersuchte Hund trägt das mutierte Gen nicht und kann die nt230 (del4) Mutation nicht auf seine Nachkommen übertragen.
N/MDR1, +/- : Der untersuchte Hund trägt ein mutiertes Gen und kann die nt230 (del4) Mutation mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf seine Nachkommen übertragen. Bei solchen Merkmalsträgern können zum jetzigen Zeitpunkt Unverträglichkeitsreaktionen /Vergiftungssymptome nach Applikation von problematischen Wirkstoffen nicht sicher ausgeschlossen werden.
MDR1/MDR1, -/- : Der untersuchte Hund ist reinerbig für die nt230 (del4) Mutation ( sowohl das von seiner Mutter stammende Chromosom als auch das von seinem Vater trägt den Defekt) Bei Zuchteinsatz gibt der Hund die Mutation zu 100 % an seine Nachkommen weiter. Derart betroffene Hunde werden nach Applikation von problematischen Wirkstoffen Vergiftungserscheinungen entwickeln die auch tödlich enden können.
Die Auswirkungen des MDR1-Defektes werden gerne von Züchtern, die mit reinerbig betroffenen Hunden weiterhin Welpen "produzieren", heruntergespielt. Dabei ist mehr als nur wahrscheinlich, dass sowohl betroffene Tiere  als auch Merkmalsträger-Hunde  weitere Handicaps haben als nur die beschriebenen Medikamentenunverträglichkeiten und Vergiftungsrisiken.
Das ist durchaus plausibel, da nicht nur von aussen zugeführte Medikamente sondern auch körpereigene Hormone und Botenstoffe von der Funktionalität dieses Transportsystems abhängig sind. Man vermutet Störungen bei der Regelung und Verteilung von verschiedenen physiologischen Stoffen, die für das Wachstum für die Immunabwehr und die Stressbewältigung verantwortlich sind.